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Mark IV Combo ohne Lüfter betreiben / Stromversorgung
steinberger #1
Mitglied seit 03/2007 · 101 Beiträge · Wohnort: Bonn
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Betreff: Mark IV Combo ohne Lüfter betreiben / Stromversorgung
Hallo zusammen,
nach einigen Jahren ohne Mark IV bekam ich neulich ein Angebot, dass ich nicht ablehnen konnte (ohne Pferdekadaver im Bett). Nun ist also wieder ein Mark IV A Combo bei mir und ich bin soweit happy. Der Vorbesitzer (Jazzer, nur clean unterwegs!) hat den Lüfter standardmäßig abgeklemmt. Fragen über Fragen:

- erste Frage: kann man den Mk4 ohne größeren Schmerz beim Gig / auf der Probe ohne Lüfter betreiben? Da das Teil ja nun mal mörderlaut ist, komme ich im Master kaum über 3 / 3,5.

- zweite Frage für den geneigten Studionutzer: ist die Wärmesituation / Notwendigkeit des Lüfters beim Topteil genauso zu sehen?

Da der Lüfter also arbeitslos unten in der Ecke am Boden des Combos (und damit ziemlich weit weg von den Röhren) abhängt, schwirrt sein Stromkabel irgendwo rum. Das führte zu der Idee: falls der mit 9 oder 12V DC läuft, könnte man das ja -Anschlußkabel/Adapter irgendwie zurechtgefrickelt- als Stromversorgung z.B. für einen kleinen Midiswitcher á la Brandstätter & Rebholz nutzen.

- dritte Frage also: weiß jemand, ob die Stromversorgung des Lüfters zweckentfremdet werden kann (per schlauem Adaptergefrickel ggf. auch parallel zum Lüfterbetrieb, je nach Antwort auf Frage 1) und was da an Saft (Volt, Ampere und AC/DC) rauskommt?

Freu mich über Antworten!
Viele Grüße
Mikerocks #2
Mitglied seit 10/2011 · 98 Beiträge · Wohnort: Linz, Österreich
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Servus

zur Notwendigkeit des Lüfters: ich spielte jahrelang einen Dual Rectifier, der ja bekanntermaßen keinen Lüfter hat. Ich hab mich immer wieder gewundert über die Wärmeentwicklung (Lüftungsgitter an der Oberseite erwärmt sich auf gefühlte 50-60°C), aber damit hat der Recto kein Problem. Ich schätze, dass auch die Mark Amps theoretisch kein Problem mit höheren Temperaturen haben dürften. Wichtig ist jedenfalls, auf gute Luftzirkulation hinterm Amp zu achten, dann sollte es kein Problem sein, ohne Lüfter zu spielen. Dürfte bei Mesa Standard sein, alles über zu dimensionieren, um auf Nummer sicher zu gehen (so auch beim Netztrafo etc...)

Nun zu deiner 2. Frage:
Lüfter haben i.d.R. nur eine sehr geringe Stromaufnahme. Ob der Saft für einen Midiswitcher reicht, hängt von dessen Stromaufnahme ab. Für 50mA wird's schon reichen, aber bei mehr Bedarf wäre ich vorsichtig. Um sicher zu gehen, würde ich direkt bei Mesa nachfragen, oder dir empfehlen, dich an den Ampdoc deines Vertrauens wenden. Damit hätte sich auch 3. erledigt.
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SpongeRob #3
Mitglied seit 08/2009 · 75 Beiträge
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Grüß Dich Steinberger,

die Diskussion über Lüfter oder kein Lüfter gab es schon in anderen Foren. Dabei teile ich viele Ansichten der Musiker das der Lüfter im Studiobetrieb einfach zu laut ist und das absolut nicht geht. Einige haben sich kleinere Lüfter besorgt die auch leiser laufen. Habe selbst bei Conrad mal einen kleinen Lüfter in meinen damaligen Mark IV gebaut. Man hörte ihn zwar immer noch bei genauem hinhören, war aber DEUTLICH leiser. Ob man ihn nun weg macht oder nicht, weiß niemand so Recht. Das Chassis hängt ja mit den Röhren nach unten. Somit wird auch die Hitzeabstrahlung der Röhren, wenn sie nun nicht durch eine Zirkulation via Lüfter im Gehäuse nicht vollständig aus dem Amp geblasen. Ein Teil wird natürlich an das Chassis und das Innenleben weiter gegeben. Weil nun elektrische Bauteile aufgrund der Temperatur ihre Eigenschaften ebenfalls ändern, war das schon Grund genug für Viele den Lüfter drin zu lassen. Natürlich haben auch normale Amps (RKII) einen kleinen Lüfter, obwohl das Chassis nicht nach unten hängt. Und Fender Amps haben ja auch keinen Lüfter! Also, keine Ahnung was man jetzt machen soll.Sicher ist, das Mesa die Lüfter nicht aus Spaß dort drin stehen hat. Ob es viel nutzt oder nicht, habe ich selbst nicht getestet. Meine Amps laufen mit Lüfter, weil ich dahinter einen Sinn sehe und sie ihre 20 Jahre davor ebenfalls mit liefen. Aber habe schon von anderen gehört, dass der Amp auch einen Gig ohne überlebt hat. Also wird wohl nichts schlimmes passieren, wenn Du ihn abklemmst.

Zur nächsten Frage. Die Lüfter in den alten Marks laufen alle mit 110V. Müsstest Du mal schauen. Aber ich denke das beim Mark IV die Lüfter ebenfalls wie bei den Vorgängern mit 110V laufen. Sprich, die Anschlussbuchse kannst Du zum Beispiel für einen Fön aus den US benutzen ^^.

Hoffe das beantwortet einige Fragen :-)
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steinberger #4
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Hi Jungs,
danke erst Mal. Mir geht es - da eigentlich nur live im Einsatz - kaum um das Lüftergeräusch. Wenn besser mit Lüfter, dann halt mit Lüfter. Wobei: ist das denn normal, dass der am Comboboden neben der Hallspirale rumlungert oder ist da was verbastelt? So weit weg von den Röhren (im Gegensatz zum Top) kühlt der erst mal den Evoice ... Ich sollte mir den wohl so oder so mal genauer anschauen, vielleicht stehen ja die Werte drauf.

Amerikanischer Fön? Du kennst meine Frisur nicht. Bevor ich den Fön eingesteckt hab, sind die drei verbliebenen Haare schon trocken  :-D

Was anderes: könnte denn ein gewiefter Amptech ohne allzu schwerwiegende Modifikation (also leicht rückbaubar) sonst irgendwo 9V an dem Teil abgreifen?
Viele Grüße
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SpongeRob #5
Mitglied seit 08/2009 · 75 Beiträge
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Im Combo ist der Lüfter (von Hinten gesehen) an der rechten Seite am Ampgehäuse und der hinteren Abdeckplatte festgeschraubt. Und der ist im Gegensatz zum Head wirklich wesentlich weiter entfernt. Tut aber nicht so viel zur Sache, da es ja nicht um direkte Kühlung der Röhren geht sondern um die Wärmeabfuhr durch Zirkulation.

Habe jetzt mal bei TAD geschaut. Die haben ja Trafos für die Mark Serie. Da stehen auch die einzelnen Werte. Scheinbar wird irgendwo 6,3V sowie 12V induziert. 6,3V für die Pilotleuchte (glaub ich) und die 12V.... keine Ahnung. Bin da nicht der Amptech ^^. Aber daraus sollte sich doch sicherlich 9V machen lassen. Ob es im original Mesa Trafo auch ein 12V Abgriff gibt, bleibt zu klären. Problem bleibt aber weiterhin das Du DC brauchst. Also müsste da noch eine Gleichrichterschaltung mit Glättungskondensator hin. Soviel zu meinem gefährlichem Halbwissen. Aber ob sich der Aufwand lohnt, bleibt Dir überlassen. Gehen tut alles! Aber ob es sich lohnt in dem schon sowieso vollgepackten Amp noch irgendwo Platz für Modifikationen zu finden......
Ansonsten.... schau mal ob Du einen normalen Adapter von 110V AC auf Deine 9V DC findest. Entweder bei Ebay (USA/Deutschland) oder bei Conrad. Dann kannste einfach diesen an die Lüfterbuchse anschließen und Voila..... 9V DC ohne Modifikationen. Kostet Dich dann auch keinen Amptech der für so einen Mod sicherlich das 10 fache nimmt. Solche Adapter kosten ja nix, sowieso Made in China ^^ Somit kannst das oben geschriebene eigentlich vergessen. Ich lasse es mal stehen damit Du vielleicht den Aufwand und die damit verbundenen Kosten abschätzen kannst.

Gerade mal geschaut bei Ebay gibt's passende Adapter (110VAC -> 9VDC). Die passen aber glaube ich von den Abmessungen nicht, weil Sie zuviel Platz nehmen. (Lüfteranschluss befindet sich zwischen Netztrafo und Gehäuse) Da ist maximal 2-3cm Platz. Also musst da vielleicht einfach ein Verlängerungskabel dran damit Du den Adapter irgendwo unterbringen kannst, wo genug Platz ist. (Und davon ist genug im Combo. :-D
Bleibt nur noch zu klären wieviel Leistung Dir zur Verfügung steht. Auf meinen Howard Lüftern steht irgendwas von 12/11 Watt 115VAC . Und das ist nur das was der Lüfter aufnimmt. Da ist bestimmt einiges an Reserve vom Trafo. Bleibt also zu klären was Dein Midiswitch für Leistung nimmt. Also mit dem US Fön und den typischen Werten von 2000W was die wohl leisten, bin ich wohl über das Ziel hinausgeschossen. ^^

Soviel zum Lösungsvorschlag. Aber nur aus Interesse. Warum willst Du den Saft vom Mark anzapfen? Tut es nicht der normale 230V Adapter auf 9V. Soll es kompakt sein? Oder willst Du alles in einem haben? Der Aufwand ist ja immerhin nicht wenig :-)

Für weitere Vorschläge oder eventuelle Korrekturen in meiner Denkweise, sind die anderen Forummitglieder immer willkommen. Nicht das ich hier noch Mist verzapft habe.
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steinberger #6
Mitglied seit 03/2007 · 101 Beiträge · Wohnort: Bonn
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Hi Spongerob,
danke für die aufwendige Antwort. Aufwand ist dann am Ende sicher das Thema: wenn es für einen Amptech in ein paar Minuten machbar wäre, einen 9V-DC-Ausgang aus dem Gehäuse zu führen, weil da sowieso irgendwo 9V rumlungern (damit ginge an den Amp nur einmal Strom), wär's ok, aber danach klingt es nicht. Da man ja bei Midifizierung eh mit weiteren Effekten usw. arbeitet, kommt es dann auch auf das eine Netzteil wahrscheinlich nicht nicht mehr an. Mal schauen, ob ich den Switcher trotzdem fest einbaue ...
Viele Grüße
megavoice #7
Mitglied seit 10/2009 · 26 Beiträge
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Moin, die Herrschften,

habe extra bei MESA nachgefragt in Sachen Lüfter, da mich das Thema schon lange interresiert und um eine "amtliche" Aussage gebeten.
Nun die Herrschaften meinen man solle generell das Teil nicht entfernen, und auch nicht, wenn man den Amp nur mit zwei Röhren im Class A modus betreibt.
Ist ja auch klar, wenn die das "erlauben" würden, dann käme der eine oder andere mit seinem durchgebrutzelten Amp zu denen und schiebt die Schuld auf den fehlenden Lüfter.
Wie ich schon vor nicht allzulanger Zeit hier beschrieben hatte: Schalter mit Kondensator einbauen (damits nicht ständig rummst), und wenns mal ins Studio geht, dann kann man das Teil für 'ne Weile schlafen legen.
Aber soviel ich weiß gibts einiges an leiseren Teilen im Fachhandel.
gridcurrent #8
Mitglied seit 08/2006 · 11 Beiträge · Wohnort: NRW
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Betreff: Mark IV Combo ohne Lüfter
Hallo,

beim Stöbern nach einem anderem Beitrag zum MK IV bin ich über diesen hier gestolpert. Für alle, die das Thema MK IV ohne Lüfterbetrieb noch interessiert hier mein Lösungsvorschlag, den ich bei meinem MK IV A schon im Jahr 2000 realisiert habe und bis heute ohne Probleme funktioniert! ( Man, wie die Zeit vergeht !)

Ich schalte den Lüfter nicht ganz ab, sondern betreibe diesen gedrosselt! Das funktioniert relativ einfach und zuverlässig wie folgt:

gebraucht wird dazu ein handelsüblicher Schnur-Zwischenschalter, zu bekommen in jedem Baumarkt.
Es gibt da verschiedene Ausführungen von der Grösse u. Stablität her. Bitte den grösseren u. stabileren wählen, da der Platz innen
für den benötigten Vorwiderstand u. Verdrahtung gebraucht wird.

Der Zwischenschalter wird einfach in die vorh. 2-Adr. Anschlussleitung vom Chassis links oben kommend zum Lüfter eingefügt, sodaß dieser etwa mittig über der Hallspirale am Boden positioniert wird.
Ich habe mir damals vom MB-Vertrieb gleich eine neue Anschlussleitung besorgt ( Ersatz/Rückbau in Orig.-Zustand )

Der Mark IV A war seinerzeit noch für 220 V ~ Netzspannung verdrahtet. Bei diesen Betriebsbedingungen ergeben sich per Messung
( Digi-Multimeter ) am Lüfteranschluß im Tweedpowermodus ca. 99 V~ bei ca. 90mA Aufnahmestrom . Mit einem Variac ( Regeltrenntrafo ) habe ich vorher die Betriebsspannung für den Lüfter ausgetestet, bei der sich noch eine nenneswerte Kühlung sowie auch Geräuschminderung ergab.
Das waren dann ca. 72V~ am Lüfter.

Der Spannungsfall an dem damit benötigten Vorwiderstand im v.g. Schalter beträgt somit ~ 300 Ohm. Gewählt habe ich den nächsten in der Normreihe mit 330 Ohm mit ausreichender 5 Watt Belastbarkeit.

Die Spannungsunterschiede im Tweedpower-Modus bei den versch. möglichen Betriebsweisen (Phentode/Triode-Simulclass/Class A sind
vernachlässigbar und wirken sich auf die Drehzahl des Lüfters praktisch nicht aus.

Im Fullpower-Modus verschiebt sich die Drehzahl des Lüfter entsprechend nach oben, was aber zumindest für mich nicht relevant war u. ist,
da ich den Tweedpower Modus sound-mäßig bevorzuge und zumindest beim Spielen zu Hause ohnehin obligatorisch ist.

Ansonsten müsste für den Fullpowerbetrieb mit gedrosseltem Lüfter der v.g. Vorwiderstand neu berechnet bzw. ausgetestet werden. Dabei steigt allerdings auch die Verlustleistung über dem Vorwiderstand, wodurch die notw. Wärmeableitung im v.g. Schnur-Zwischenschalter ( geschlossenes Kunststoffgehäuse ) nicht mehr ausreicht. Dazu wäre also dann ein etwas grösseres Schaltergehäuse aus Alu mit Lüftungslöchern o. garantiert Hitze-beständigem Kunststoff anzufertigen.
Ist natürlich dann auch  aufwendiger u. teurer. Außerdem müsste das ganze bei Alu- o. Metallgehäuse-Nutzung  natürlich auch noch berührungssicher bzw. schutzisoliert ausgelegt sein ! Einschlägige VDE-Bestimmungen !

Die Schaltung funktioniert denkbar einfach. Der Schnurzwischenschalter als Ein/Aus-Schalter liegt parallel zu dem im Schaltergehäuse einzubauenden Vorwiderstand. Damit wird dieser beim Umschalten in der einen Stellung überbrückt = orig.  ungedrosselter Lüfterbetrieb bzw. in der anderen Stellung der Schalter geöffnet = Widerstand aktiv= gedrosselter Lüfterbetrieb.

Falls Interesse besteht, würde ich auch mal einige Bilder, besonders von dem Schalter mit Innenleben hochladen.

Viele Grüsse
Dieser Beitrag wurde 2 mal verändert, zuletzt am 02.05.2017, 13:07 von gridcurrent.
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